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Wer
auch immer sich mit dem Pferd beschäftigt, übernimmt
die Verantwortung für das ihm anvertraute Lebewesen.
Übernahme von Verantwortung
Für das Pferd Verantwortung zu übernehmen, bedeutet
nicht nur die Verpflichtung zu artgerechter Haltung, Fütterung
und medizinischer Versorgung, sondern auch, die Nutzung
des Pferdes nach seiner Veranlagung und seinem Leistungsvermögen
auszurichten.
Achtung und Respekt des Menschen vor seinem Sport-, Freizeit-
und Arbeitspartner Pferd sowie Verständnis für
das Pferd sind die Grundvoraussetzungen fürein harmonisches
Verhältnis miteinander.
Der Mensch wird nicht an der bloßen Tatsache gemessen,
dass er das Pferd als Teil der Schöpfung, als ein
Stück Natur, als Freizeit-, Arbeits- und Sportpartner
erhält, sondern vor allem daran, wie er diese Aufgabe
erfüllt.
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Die
Haltung des Pferdes muss seinen natürlichen Bedürfnissen
angepasst sein.
Anpassen an natürliche Bedürfnisse
Verantwortung
für das Pferd zu übernehmen, setzt umfangreiche
Kenntnisse über dessen natürliche Bedürfnisse
und Verhaltensweisen voraus. Tierliebe allein reicht für
die Betreuung eines Pferdes nicht aus.
Der gesamte Organismus des Pferdes ist auf Bewegung und
kontinuierliche Futteraufnahme eingestellt. Pferde, die
ganztägig auf der Weide gehalten werden, verbringen
viele Stunden am Tag mit der Futteraufnahme und legen
während dieser Zeit große Strecken zurück.
Auch darf nicht vergessen werden, dass das Pferd in Schrecksituationen
als Fluchttier reagiert. Die lebensnotwendigen Instinkte
des einstigen Steppentieres haben den jahrtausendelangen
Prozess der Domestizierung überdauert. Dabei kommt
in der Haltung den Kenntnissen über die Bedürfnisse
des Pferdes nach Bewegung, Licht, Luft und Sozialkontakten
größte Bedeutung zu.
Der verantwortungsbewusste Pferdefreund egal, ob
Züchter, Pferdehalter oder Sportler muss für
ausreichende, möglichst tägliche Bewegung des
Pferdes sorgen. Nur ganz wenige, unausweichliche Zwänge
gebieten, von dieser Regel abzuweichen.
Zugleich muss das Pferd in einem gut belüfteten Stall
untergebracht sein, dessen Klima gemäßigt den
Außentemperaturen folgt. Dunkle Ställe ohne
natürliche Lichtquellen sind ebenso abzulehnen wie
isolierte Einzelboxen, die dem Bedürfnis des Herdentieres
nach Kontakt zu den Artgenossen nicht entsprechen.
Die Fütterung des Pferdes soll sich individuell an
der Haltungsform, dem Entwicklungsstand, der Konstitution
sowie an dem maß der Beanspruchung des Pferdes orientieren.
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Der
physischen wie psychischen Gesundheit des Pferdes ist
unabhängig von seiner Nutzung oberste Bedeutung einzuräumen.
Gesundheit hat oberste Bedeutung
Wirtschaftliche Interessen des Züchters, Aufzüchters
und Hengsthalters dürfen nicht zu Lasten der Haltung
und natürlichen körperlichen Entwicklung des
jungen Pferdes gehen.
Auch für den Pferdesportler gilt: Das Streben des
Sportlers nach Sieg und Platzierung muss hinter der Gesunderhaltung
des Pferdes und der dafür notwendigen Fürsorge
zurückstehen.
Der Gesundheitsvorsorge und Gesunderhaltung des Pferdes
muss auch der Freizeit- und Breitensportler höchste
Bedeutung beimessen.
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Der
Mensch hat jedes Pferd gleich zu achten, unabhängig
von dessen Rasse, Alter und Geschlecht sowie Einsatz in
Zucht, Freizeit oder Sport.
Alle Pferde gleich achten
Das Pferd verdient als Geschöpf Achtung und Respekt.
Die Wertschätzung des Menschen dem Pferd gegenüber
muss grundsätzlicher Natur sein und darf nicht abhängig
gemacht werden von der äußeren Erscheinung,
dem Alter, der Rasse sowie dem Ansehen in Zucht und Sport.
Jedes Pferd hat den gleichen Anspruch auf fürsorgliche
Pflege und pferdegerechte Haltung.
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Das
Wissen um die Geschichte des Pferdes, um seinen Bedürfnisse
sowie die Kenntnisse im Umgang mit dem Pferd sind kulturgeschichtliche
Güter. Diese gilt es zu wahren und zu vermitteln
und nachfolgenden Generationen zu überliefern.
Geschichte des Pferdes ist kulturgeschichtliches Gut
Wie kein anders Tier hat das Pferd die Entwicklungsgeschichte
der Menschheit beeinflusst. IN seiner heutigen Form ist
es nicht nur ein Produkt der Natur, sondern
auch Ergebnis langer züchterischer Bemühungen
der Menschen.
Es gilt daher, das Wissen um die Bedeutung des Pferdes
und seiner Wesensmerkmale als wichtiges Kulturgut der
Menschen zu verdeutlichen.
Dabei ist jeder einzelne, der sich mit dem Pferd beschäftigt,
zu verantwortungsbewusstem Umgang mit dem Pferd verpflichtet.
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Der
Umgang mit dem Pferd hat eine persönlichkeitsprägende
Bedeutung gerade für junge Menschen. Diese Bedeutung
ist stets zu beachten und zu fördern.
Persönlichkeitsprägende Bedeutung
Der Anfänger im Pferdesport lernt bei fachlicher
Anleitung durch Lehrkräfte, Verantwortung für
das ihm anvertraute Lebewesen zu übernehmen und die
natürlichen Verhaltensweisen des Pferdes zur respektieren.
Deshalb sucht der Reiter Fehler nicht zunächst beim
Pferd, sondern bei sich. Mangelnde Selbstbeherrschung,
Ungeduld und Aggressionen wirken sich negativ aus. Sie
führen nachhaltig zu einer Störung der Harmonie
zwischen Mensch und Pferd und können Schäden
beim Pferd verursachen.
Die Erziehung zu Selbsterkenntnis und Selbstbeherrschung
macht den pädagogischen Wert aus, den der Reitsport
für Menschen aller Altersklassen bedeutet. Dabei
sind Toleranz und Rücksichtnahme Grundvoraussetzungen
für die gemeinschaftliche Ausübung des Pferdesports.
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Der
Mensch, der gemeinsam mit dem Pferd Sport betreibt, hat
sich und das ihm anvertraute Pferd einer Ausbildung zu
unterziehen. Ziel jeder Ausbildung ist die größtmögliche
Harmonie zwischen Mensch und Pferd.
Ziel ist größtmögliche Harmonie
Solange der Mensch den Pferdesport ausübt, besteht
die Verpflichtung zur Aus- und Fortbildung. Das Ziel der
Ausbildung ist nicht das Beherrschen schwieriger Übungen,
sondern die harmonische Übereinstimmung zwischen
dem Menschen und seinem Pferd, unabhängig davon,
ob das Pferd leistungs- oder breitensportlich orientiert
eingesetzt wird.
Selbstkritik des Menschen ist im Umgang mit dem Pferd
Voraussetzung für ein harmonisches Miteinander von
Mensch und Pferd.
Fehlentwicklungen in der Gymnastizierung, Aus- und Fortbildung
des Pferdes verursacht der Mensch. Vermeintliche charakterliche
Mängel des Pferdes gehen oft auf falsche Behandlung
des Pferdes zurück und dürfen zwar als Erklärung,
aber nicht als Entschuldigung für das Scheitern einer
Beziehung zwischen Mensch und Pferd herangezogen werden.
Probleme in der Ausbildung werden in der Regel weniger
durch angeborene Mängel verursacht als durch fehlerhafte
Einwirkung des Reiters.
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Die
Nutzung des Pferdes im Leistungs- sowie im allgemeinen
reit-, Fahr- und Voltigiersport muss sich an seiner Veranlagung,
seinem Leistungsvermögen und seiner Leistungsbereitschaft
orientieren. Die Beeinflussung des Leistungsvermögens
durch medikamentöse sowie nicht pferdegerechte Einwirkung
des Menschen ist abzulehnen und muss geahndet werden.
Orientierung an Veranlagung, Leistungsvermögen und
Leistungsbereitschaft
Voraussetzung für alle sportliche Nutzung und deren
Grenzen muss die erwiesene Eignung des Pferdes für
den jeweiligen Zweck sein. Von einem Pferd Leistungen
zu verlangen, die es nicht erbringen kann, widerspricht
ethischem Bewusstsein und ist tierschutzwidrig.
Zu den häufigsten missbräuchlichen Leistungsmanipulationen
zählt die medikamentöse Beeinflussung, insbesondere
das Doping. Während in Sportarten ohne den Partner
Pferd Doping zunächst als Betrug des Sportlers an
seinem Gegner und am Publikum geurteilt wird, ist Doping
im Pferdesport vorrangig ein Verstoß gegen die Normen
des Tierschutzes.
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Die
Verantwortung des Menschen für das ihm anvertraute
Pferd erstreckt sich auch auf das Lebensende des Pferdes.
Dieser Verantwortung muss der Mensch stets im Sinne des
Pferdes gerecht werden.
Verantwortung für das Lebensende
Am Ende einer Beziehung zwischen Mensch und Pferde beweist
sich das Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem
Lebewesen Pferd. In der Abwägung zwischen Leid und
Leben muss der Mensch auch diese letzte Entscheidung übernehmen.
Hat der Pferdebesitzer sich zur Tötung seines Pferdes
entschlossen, ist er oder eine Person seines Vertrauens
verpflichtet, den Verbleib des Pferdes bis zum Tode zu
überwachen. Hierbei sind Transportumstände und
die Art der Tötung so zu wählen, dass ein unnötiges
Leiden des Pferdes vermieden wird.
(aus:
Die Reitabzeichen der Deutschen Reiterlichen Vereinigung
FN-Verlag, Warendorf)
Um
diesen Richtlinien Sorge zu tragen, haben wir unser gesamtes
Gesundheitsprogramm darauf abgestimmt, auf natürliche
Weise den Bedürnissen der Pferde gerecht zu werden. Informieren
Sie sich dazu auch über unsere Bemerkungen zur Beingesundheit
und zur Fütterung,
den Futtermitteln,
den Fütterungsplänen
und den Analysen
von Futtermitteln.
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